Diese Themenseite gilt allein einer bestimmten Selbstauslöser-Reihe und beschreibt deren Entwicklung in chronologischer Folge.

E. LEITZ

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Dennis Laneys Leica Accessory Guide (Seite 87)

1932: ERNST LEITZ 'DIREKT'

Dr. Carl Weber aus Kiel konstruierte seinen hydraulischen Selbstauslöser 'Direkt' seit 1932 auch mit Leica-Glocke, der mit dem Hochziehen einer geränderten Hülse gespannt und mit leichter Drehung arretiert werden konnte. So konnte man den Selbst­auslöser zunächst auf die Kamera schrauben und ihn erst bei Bedarf starten. Auch war ein erneutes Spannen möglich, ohne den Direkt dafür abzunehmen zu müssen.

Die Firma Ernst Leitz war voller Lobes und schrieb: Wir haben diesen Auslöser eingehend auf seine Verwendungs­möglichkeit für die „Leica“- Kamera geprüft. Es freut uns, Ihnen mitteilen zu können, daß wir den Selbstauslöser für sehr gut befunden haben und ihn auch für besser halten als die früheren Ausführungen."
Leitz nahm dieses Modell unter dem gleichnamigen Codewort DIREKT für die nächsten sechs Jahre in ihr Verkaufsprogramm.

1933: EINE WEITERE LEICA-NEUHEIT

Beflügelt vom Erfolg seines Direkt für Leica erweiterte Dr. Carl Weber das Gerät zum Zeitauslöser, einstellbar von 0,3 bis ca. 15 Sekunden. Die Öffnung, Belichtung und Schließung sollte voll automatisch erfolgen, geräuschlos und ohne jede Erschütterung.

Dieser neue Direkt fand jedoch aufgrund unzureichender Genauigkeit der Belichtungs­zeiten keinen Absatz. Seine Herstellung wurde nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Er ist als Leica-Zubehör praktisch unbekannt.

1935: ERNST LEITZ 'HEBOO'

Eine zuverlässige Konstruktion in der Regulierung längerer Belichtungszeiten fand Leitz im Patent DRP 604613 der Herren Harzer, König und Muck aus Chemnitz. Leitz erwarb die Rechte an diesem Federwerk­auslöser und meldete diese auch in der Schweiz und in Frankreich an.

Im August 1935 erschien daraus das Hemmwerk HEBOO, das eine exakte Regulierung der Objektiv-Verschluss­szeit von ⅛, ¼, ½ oder 1 Sekunde ermöglichte. Neben dem schwarz lackierten Gehäuse sind alle Teile vernickelt, in der Nachkriegsversion verchromt. Ein passendes Lederetui war unter dem Code­namen ETOOQ erhältlich, in Kombination als HEOOL. Der HEBOO wurde bis 1969 nahezu unverändert verkauft.

1935: ERNST LEITZ 'DIROM'

Leitz DIROM
Leitz DIROM

Noch vor der Markteinführung des HEEBO wurde in Wetzlar beschlossen, auch den DIREKT gegen einen eigenen Uhrwerks-Selbstauslöser auszutauschen. Mit einem ersten Konzept für den zukünftigen APDOO reichte Leitz dazu am 3. Juli 1935 einen Eilantrag im Reichspatentamt ein „mit der Bitte die Behandlung um 3 Monate aussetzen zu wollen.

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1936: E. LEITZ N.Y. 'DIRON'

Unter dem Codewort DIRON wurde 1936 bei E. Leitz, New York ein Selbstauslöser angeboten, der sowohl Moment-, als auch Zeitaufnahmen von ½ bis 10 Sekunden erlaubte. Zu ihm existieren heute nur noch wenige Hinweise und praktisch keine verwertbare Abbildung. Um diesen Mythos nicht zu zerstören, möchte ich auch hier darauf verzichten.

1936: HAKA 'LEICA-AUTOKNIPS'

Während Leitz in Wetzlar weiter an der Konstruktion des hauseigenen Selbst­auslösers APDOO für die Leica werkelte, brachte Heinrich Klapprott im Juli 1936 einen Autoknips speziell für eben diese Kamera auf den Markt. Dieses anfangs noch als 'Leica-Autoknips' bezeichnete Gerät bestand im Wesentlichen aus dem Uhrwerk eines Autoknips I und einer unten angebrachten Leica-Glocke, die das direkte Auf­schrauben an die Kamera ermöglichte.

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Autoknips III

bis 1973

1938: DER ERSTE 'APDOO'

Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit brachte Leitz nun endlich auch einen eigenen Selbstauslöser auf den Markt. Gesetzlich geschützt (DRGM 1356712) erhielt man unter dem Codewort APDOO seit Oktober 1938 das begehrte original Leica-Zubehör, schwarz lackiert mit der typischen Glocke zum Anschrauben auf die Leica. Ein passendes Lederetui war unter dem Code­namen APOOM erhältlich, in Kombination als ASKOO.

Die erste Ausführung war vernickelt und trug auf der Vorderseite die Aufschrift “auslösen Werk ablaufen lassen", danach ersetzte das Firmenlogo diesen Text.

1946: EIN NEUER 'APDOO'

Nachkriegsmodell mit pilzförmigem Knopf

verchromt statt vernickelt

Pfeil auf dem Aufzugrad

(siehe auch Apdoo auf LeicaWiki)

 

 

1950: NACHFOLGER DES 'DIREKT'

Nach Ende des II. Weltkriegs ließ Carl Webers Neffe Karl Foitzik die Produktion des Direkt wieder aufleben. Das Nachkriegsmodell für Leica hat einen schmaleren Spannring und trug statt dem ursprünglichen „D.R.P“ nun die Prägung „Germany“.

1950 stellte Karl Foitzik dann den Selbstauslöser Rex als direkten Nachfolger des Direkt vor. Andere hydraulische Selbstauslöser folgten, wie z. B. der italienische 'Kid', der amerikanische 'Service' oder der französische 'Gitzo Auto-Redardateur', doch obwohl sie alle für Leica bestimmt waren, wurde keiner dieser Selbstauslöser von E. Leitz vertrieben.

1957: 'APDOO' FÜR LEICA M2

Seit Ende 1957 wurde die Leica M2 als abgespeckte Alter­native zur Leica M3 angeboten, wobei zunächst auch auf den sonst eingebauten Selbstauslöser verzichtet wurde. Da zum Nachrüsten der M2 ein gewöhnlicher Apdoo mit Leica-Glocke nicht geeignet war, wurde eigens dieses passende Modell mit einem Compur-Gewindeanschluss konstruiert.

Das Konzept wurde jedoch schnell wieder verworfen. Statt­dessen wurde die M2 zunächst optional mit eingebautem Selbst­auslöser angeboten, ab 1959 war er selbstverständlich.

1965: ENDE DES APDOO

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letzte Änderung: 23.11.16