SELBSTAUSLÖSER (SCHWEIZ)

Selbstauslöser aus der Schweiz wurden vor allem durch den Photoclip repräsentiert, dem auch eine eigene Themenseite gewidmet wurde. Doch reicht das Spektrum 'Swiss Made' weit darüber hinaus: vom exklusiven Selbstauslöser aus Sterlingsilber bis hin zur bunten Rasselkiste.

1911: ARNOLD HOFRICHTER

Arnold Hofrichter war Uhrmacher aus Zürich. Nebenher entwickelte er einen Selbstauslöser und lies ihn patentieren. Über eine durch das Laufwerk aufgewundene Schnur sollte dieser funktionieren, frei von Erschütterungen und dem Einsatz von Feuer. Zusätzlich erlaubt ein umlegbarer Hebelmechanismus die Anwendung für verschiedene Systeme von photographischen Verschlüssen.

Das hier abgebildete Gerät ist lediglich ein handgefertigter Prototyp. Für eine Serienproduktion gibt es bislang noch keine Hinweise.

1916: MÜLLER & VAUCHER 'PHOTOCLIP'

Der Photoclip war der erste Schweizer Uhrwerks-Selbstauslöser zur Betätigung eines Drahtauslösers. Ihm folgte 1922 der Zeitauslöser Photoclip B und bis etwa 1960 noch drei weitere Modelle, die bis in die USA verkauft wurden.

Müller & Vaucher, gegründet 1897, befasste sich viele Jahre mit der Produktion von Präzisionschronographen. Aufgrund dieser Erfahrung begann M&V im Jahre 1916 mit der Produktion von Selbstauslöser. Ihre Photoclip wurden durch ihre runde Form in Verbindung mit der bekannten Qualität Schweizer Uhrwerke schnell erfolgreich. Heute stellt das Unternehmen unter dem Namen Recta vor allem Kompasse, Höhen- und Kartenmesser her. (siehe auch Themenseite Photoclip)

1919: BOOLSKY 'AUTODECLANCHEUR'

Dieser Uhrwerks-Selbstauslöser besitzt einen Spannhebel fürs Grobe und eine sehr feine Zeiteinstellung mit zusätz­licher Justiermöglichkeit. Anders als sein Entwickler blieb dieses Gerät eher erfolglos.

Jacques Bogopolsky, alias Boolsky, geb. 31.12.1895 in Kiew, erlangte in Genf neben einem Medizin- und Kunst­studium eine autodidaktische Ausbildung zum Ingenieur. Er ließ Kinemato­graphen, Fotokameras sowie verschiedene Zubehörartikel patentieren, gründete die Cie. Bol S. A. (1923-25) und assoziierte sich mit Charles Haccius zur Bolex AG (1927-30). Ihre Gesellschaft wurde von der Firma Paillard & Cie. S.A. gekauft, für die Bogopolsky bis 1935 als beratender Ingenieur arbeitete. Zu Beginn des II. Weltkriegs emigrierte er in die USA und machte unter dem Namen Bolsey eine zweite Karriere als beratender Ingenieur und Direktor verschiedener Gesellschaften. Er starb an seinem 67. Geburtstag in White Plains, New York (siehe auch Jacques Bolsey Project).

1922: MÜLLER & VAUCHER 'PHOTOCLIP B'

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1922: ZURFLUEH 'AUTOPHOTO' UND 'CHRONOMETREUR J.Z.'

Bereits einen Monat nach der Patentanmeldung des Photoclip B...

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1926: ZURFLUEH 'FOTOSKI'

Von der Schweizer Uhrenschmiede Jacques Zurflueh gab es verschiedene Selbstauslöser mit Justiermöglichkeit und Seriennummer. Der Fotoski war jedoch an Exklusivität kaum zu überbieten. Neben der gewöhnlichen Ausführung gab es den Fotoski auch mit einem Gehäuse aus 935er Feinsilber. In einem goldfarbenen Etui wurde das gute Stück für stolze 25,- Franken verkauft. Für die einfache Version in Neusilber (eine Legierung aus Nickel, Kupfer und Zink) zahlte man nur die Hälfte: 12,50 Franken.

Insgesamt hatte Jacques Zurflueh einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Selbstauslösern. So stammt das Patent des Autoknips II ursprünglich von Zurfluehs Autophoto. Erst 1930 verkaufte er die Rechte an den Hamburger Hersteller, dessen Geräte noch weitere fünfzig Jahre die Gravur 'D.R.P.' trugen.

1947: ERNO SELFTIMER

Denkt man an Schweizer Uhrwerke, denkt man an Präzision in höchster Vollendung. Ganz anders die Selbstauslöser der Erno Photo­finishing Equipment AG. Selbst im gereinigten und frisch geölten Zustand geben sie beim Ablaufen statt einem sanften Schnurren nur ein rasselndes Knurren von sich. Grund genug, den Verkauf nicht in Europa, sondern ganz weit weg, nämlich im den USA, stattgefunden lassen zu haben. Lediglich die Prägung 'Swiss Made' weist auf ihr Herkunftsland. Doch bei aller Kritik haben die Erno Selbstauslöser doch einen deutlichen Pluspunkt: Ihre kräftigen Farben lockern jede Sammlung optisch auf. Ob sich auch noch ein knalliges Grün findet?

1948: NN (SWISS MADE)

kein Hinweis zum Hersteller, beschriftet mit 'Swiss Made'

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1949: CENIN

'Made in Switzerland'

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1956: EMI

Glycerinhydraulischer Momentauslöser nach Vorbild des Weber'schen Direkt, beschriftet mit 'EMI' und 'Swiss Made'.

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1960: PAILLARD-BOLEX

Bolex
Bolex

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letzte Änderung: 01.12.16